Softwaremodule als Anlagevermögen

Stellen Sie sich vor, dass Ihre Softwarefirma den Bankrott erklärt. Bleiben dann irgendwelche Werte über? Wenn ein Industrieunternehmen pleite geht, dann bleiben Immobilien und Maschinen, die veräußert werden können. In einem Softwareunternehmen ist der größte Wert der produzierte Code. Dummerweise ist dieser aber schwer übertragbar. Wer würde den Code Ihrer gescheiterten Firma kaufen? Sicherlich nicht viele.

Das Problem liegt im blühenden monolithischen Design, das leider häufig anzutreffen ist. Auch wenn Sie denken, dass Ihre Software modular ist – es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sie es nicht ist.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Content Management System entwickelt. Welche Teile könnte man unabhängig voneinander verkaufen? Das Datenbankschema? Wohl kaum. Funktionen um Seiten und Artikel einzutragen? Nein, kein anderes Produkt könnte dies einfach übernehmen. Ein Katalog für Templates oder ein integriertes Packaging System? Nun, zumindest zu einem Schnäppchenpreis  könnten andere CMS-Anbieter interessiert sein.

Allerdings sind die Qualitätsanforderungen zum Verkauf von eigenständigen Teilen viel höher, als wenn das Feature einfach ein Teil eines Monolithen ist.

Ich bin nicht wirklich überzeugt, dass der Mainstream jemals in der Lage sein wird, Teile von bankrotten Softwarefirmen zu veräußern. Aber wenn man es anders herum sieht: wenn Sie überprüfen möchten, ob Ihr Design wirklich modular ist, dann gehen Sie ehrlich in sich und fragen Sie sich: würde jemand einzelne Teile kaufen?

P.S.

Aktuell erleben Microservices einen Hype. Überprüfen Sie den Wert für sich mit obiger Frage.